Tag 54: Journalimus-Diskussionen…

… oder: Manchmal lernt man auch was, wenn man wo nicht hingeht. Vor allem bei Diskussionen rund um die Arbeitsverhältnisse im Journalismus ist das so. Eine altbekannte Suderei, die man sich auch über Twitter geben kann.

Ich hatte eigentlich zugesagt zur Diskussion „Entwicklungsstörung. Die Realität am journalistischen Arbeitsmarkt“, mich dann aber doch für einen verlängerten Aufenthalt in der Bibliothek und eine anschließende Couch-Session entschieden. Warum? Weil mich das Line-up an ewiggleichen Diskutant*innen schon gelangweilt hat. Das soll nicht heißen, dass ich per se etwas gegen sie hätte oder ihre Fachkenntnis infrage stellen würde. Und zusätzlich will ich auch anmerken, dass ich die Initiative – übrigens von zwei FH-Studentinnen –  so eine Veranstaltung zu organisieren, wirklich toll finde. Aber und das prangere ich an: Was soll denn da anderes rauskommen, als dass man am Ende des Abends mega demotiviert rausgeht, sich am nächsten Morgen gleich für ein zweijähriges Gratis-Praktikum anmeldet und sich dann auch noch toll fühlt, dass man nicht aufgibt, weil man es ja so sehr will? Eh… überspitzt formuliert. Was ich gar nicht mal machen müsste, weil:

Viel interessanter wäre mal eine Diskussion, bei der man die „Alten“ außen vor lässt und mal die Nachwuchsjournalist*innen erzählen, wie sie jetzt schon ihren Arbeitsalltag bestreiten und welche Ideen sie haben, diesen Job in dieser oder veränderter Weise trotzdem auszuüben. Müsste halt wer machen.

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3 Gedanken zu “Tag 54: Journalimus-Diskussionen…

  1. Lustig. Gerade heute habe ich mir wieder einmal gedacht: Wie weit doch die journalistische Realität von dem entfernt ist, was wir an der FH gelernt haben. Ich stimme dir im ganzen Eintrag zu. Suddern bringt nix, das gilt aber für alles. Positiv denken! Machen! Anders sein! Ja! Ja! Ja! Nur unterm Strich ist die Arbeitsmarktsituation für Journalisten wirklich scheiße.

    • Absolut scheiße! Und das muss auch gesagt werden. Mich ärgerts nur, wenn sich dann Leut hinsetzen, die es in einer anderen Zeit „geschafft haben“ und dem Nachwuchs erzählen „is halt so, nicht aufgeben, gratis arbeiten und selbst was gründen“ ist die Lösung. Frage mich, wann es mal eine Diskussion oder Arbeitsgruppe gibt, die nicht von Betroffenen (im doppelten Wortsinn), sondern von Entscheidern geführt wird.

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