Tag 14: Die ELGA kennenlernen

Seit Anfang 2014 gibt es das Online Portal für die elektronische Gesundheitsakte, kurz ELGA. Ab 2015 sollen erste Dokumente, also Medikament-Verschreibungen und Befunde, in die Online Akte der Patienten überstellt werden. 

Einiges an Medienaufmerksamkeit hat die elektronische Gesundheitsakte schon bekommen. Dabei geht es meistens einerseits um aufgeregte Datenschützer, andererseits um Beschwichtiger und Gutheißer. Vor allem ist aber auch darüber berichtet worden, dass es eine überraschend große Menge an Austritten – per „Opt-out“ kann man sich von dieser Maßnahme abmelden – gegeben hat. Andere Umfragen widerum wollen belegen, dass ein Großteil der österreichischen Bevölkerung für die Speicherung ihrer Gesundheits-Daten an zentraler Stelle seien.

Ich bin vorerst mal raus

Nachdem ich von ein paar Bekannten gehört habe, dass sie sich komplett von ELGA abgemeldet haben, habe auch ich angefangen, mich zu informieren. Dazu muss ich sagen, dass ich mir schon öfter überlegt habe, ob es nicht sinnvoll wäre, Daten wie bisher verschriebene Medikamente auf der E-Card abzuspeichern. Der Grund: Faulheit. Wär‘ doch präktischer, wenn man beim Arztbesuch nicht immer wieder alles ausfüllen, ankreuzen, angeben müsste. Andererseits habe ich bei meinen Recherchen – hier kann man sich zB informieren – bisher keinen wirklich triftigen Grund gefunden, dass all meine Daten an zentraler Stelle (übrigens nicht direkt auf der E-Card) gespeichert und für jeden meiner behandelnden Ärzte 28 Tage lang einsehbar sind. Gut, natürlich kann vielleicht eine einfachere Diagnose gestellt werden, im Falle des Falles und gut, eventuell müsste ich in Zukunft nicht mehr so viele Patientenblätter ausfüllen. Doch auf der anderen Seite: Irgendwie habe ich kein gutes Gefühl dabei, wenn ALLES irgendwo abgespeichert ist. Natürlich „megasicher“ – aber seien wir uns ehrlich… was bedeutet sicher? Immer wieder werden Datenbanken gehackt oder heimlich zugänglich gemacht. Da ist es mir lieber, ich geb‘ immer wieder alles erneut an und nehme meine ausgedruckten Befunde mit. Vorerst mal. Eh fein nämlich: Sollte ich es mir anders überlegen, kann ich mich einfach wieder anmelden.

Bürgerkarte bzw. elektronische Handy-Signatur

Damit man sich ins ELGA Portal einloggen kann, braucht man entweder eine Bürgerkarte samt Lesegerät für den Computer (so wie die beim Arzt, wo die E-Card reingesteckt wird).  Da mich dieses Portal eben wirklich interessiert hat und man das auch sonst öfter brauchen kann (zB bei Finanzonline), habe ich mir heute eine Handy-Signatur besorgt. Ging ganz einfach und innerhalb weniger Minuten bei der PV Innsbruck. Sowas kann man sich übrigens über mehrere Wege holen – hier steht wie es geht. Ich habe mich für die persönliche Aktivierung entschieden, weil am schnellsten erledigt. Schön: Ich hatte dort einen sehr netten Termin bei einem älteren Herren, der mich mit folgenden Worten mit meiner nigelnagelneuen Handy-Signatur in den restlichen Nachmittag entlassen hat: „Auf dem Infozettel können Sie nachschauen, wo man die Signatur überall verwenden kann. Aber wie ich euch junge Internetleute kenne, findet ihr euch das eh alles selbst viel schneller heraus.“

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