Tag 5: Story-Based Inquiry

Ich stehe kurz vor Ende meines Journalismus-Masters. Nur die Master-Arbeit fehlt mir noch und einige wenige Lehrveranstaltungen. Eine der letzten fand vorige Woche statt: Investigative Journalism mit Mark Lee Hunter.

Mark Lee Hunter ist amerikanischer Journalist, lebt in Frankreich und wurde von meiner FH (Journalismus) nach Wien eingeladen, um uns die Story Based Inquiry  Methode zu lehren. In der Vergangenheit hat er einige Preise für investigative Geschichten gewonnen, das Global Investigative Journalism Network gegründet, sich mit vielen investigativen Journalisten rund um den Globus vernetzt und nicht zuletzt eben diese Methode gemeinsam mit Kolleg*innen entwickelt.

Ein Manual für investigativen Journalismus

Nachdem ich letzte Woche schon in der Lehrveranstaltung war, muss ich zugeben, dass ich heute natürlich nicht zum ersten Mal von der Methode höre – (Ehrlicherweise habe ich mich auch schon vor der LV mal damit beschäftigt.) – was eigentlich ein bisschen meinem Plan widerspricht. Aber: Heute habe ich mich um das anfallende Assignment gekümmert und somit noch einmal wiederholt und final gelernt. Gilt also.

Den Selbst-Rechtfertigungs-Absatz also nun hinter mich gebracht, soll es jetzt um die Methode gehen. Im Prinzip sind die einzelnen Schritte recht logisch – die Welt wurde damit also sicher nicht neu erfunden. Aber sie vereinfacht, ordnet und erklärt die Arbeit an einem journalistischem Produkt.

  • Der erste Schritt ist die Bildung einer Hypothese (wie beim wissenschaftlichen Arbeiten), die dann verifiziert oder widerlegt werden kann.
    • Für mich persönlich sehr sinnvoll: Ich weiß wohin meine Arbeit geht und komme nicht vom Weg ab. Habe ich zufällig für meine letzte Geschichte genauso gemacht.
  • Diese Hypothese überprüft man dann genau auf alle Fakten, die gecheckt oder untersucht werden können. Man sollte übrigens immer beim einfachsten Teil der Hypothese anfangen.
  • Nun wird eine Strategie erarbeitet, nach der man dann vorgehen wird, um an Informationen zu kommen. Also, was muss man herausfinden – mit welchen Leuten muss man sprechen?
  • Sinnvoll ist es, eine Liste an offenen Quellen (zB Gesetzestexte, etc.) anzulegen, auf welche man zurückgreifen kann, um an die nötigen Informationen zu kommen.
  • Auch hilfreich für die Erarbeitung einer Strategie: Ein „Human Source Village“ erstellen. Im Prinzip also eine Gruppierung (nach für die Geschichte sinnvollen Gesichtspunkten) der Personen, mit denen man sprechen muss oder die ein Interesse am Thema haben.

Weitere Tipps und Material zum Download

Außer diesen paar einfachen Schritten, gibt es noch einen Haufen interessante Dinge im Manual (das es gratis zum Download gibt). Zum Beispiel, wie hilfreich eine Timeline sein kann, wie man ein Masterfile erstellt, Tipps zu Interviewtechniken, Quellen für open sources, Hinweise zur Auswahl einer narrativen Technik, wie man die Geschichte schlussendlich schreibt und einiges mehr. Absolut lesenswert also für alle, die sich für investigativen Journalismus interessieren – und für andere eventuell auch.

Wer ein paar ausgezeichnete investigative Geschichten lesen möchte, ist hier gut beraten.

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Ein Gedanke zu “Tag 5: Story-Based Inquiry

  1. ist eine gute, klare methode. ich hab mir das auch schonmal angesehen, als ich damals ein dossier über die vienna angefertigt hab. das manual sollt ich mir im sabbatical dann auch nochmal auf die genauere leseliste nehmen.

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