Tag 1: Morgenritual

Dieser Blogartikel von Mark Oswald hat mich zu meinem heutigen ersten Lerntag inspiriert. Er beschreibt, wie sinnvoll ein Morgenritual sein kann.

Vor allem für jemanden, der Selbständig ist bzw. wie ich, sich ihre Tage selbst einteilt, ist es oft schwierig, sich in der Früh aufzuraffen und Dinge zu erledigen. Es gibt immer Sachen, die getan werden müssen – sei es für´s Studium oder für andere Projekte – und fast immer kann man diese Sachen auch auf später verschieben. Oder noch besser: Auf morgen. Weil, es ist ja so fein im Bett und die Zeitung möchte ich ja auch bitte lesen und überhaupt, ich habe genug Zeit, also warum nicht später starten. Jedes dieser Argumente stimmt auch, aber irgendwann nervt man sich selbst damit. Bei mir ist der Punkt gekommen. Heute habe ich also beschlossen, zu lernen, ob mir ein Morgenritual hilft, besser in den Tag zu starten. 

Kalt geduscht auf die Matte

Mark gibt in seinem Artikel eine Liste an Vorschlägen, aus denen man sich ein Ritual zusammenstellen könnte. Mir haben diese drei Dinge gut gefallen: Kalt duschen, dehnen, meditieren. Also gleich mal umgesetzt und erfahren:

1) Kalt Duschen kostete mich große Überwindung und Willenskraft. Normalerweise mag ich das gar nicht. Ich dusche  sehr gerne, sehr heiß, sehr lange. Ich liebe das warme Wasser auf meiner Haut. Damit habe ich auch heute wieder gestartet und derweil immer gedacht: Irgendwann musst du den Hebel nach rechts drehen. Der innere Monolog spielte sich zwischen „Tu es jetzt!“ und „Noch nicht – ein bisschen noch warmes Wasser!“ ab. Erstere Stimme hat schlussendlich gewonnen. Und: Es war gar nicht so schlimm. Ein kurzer Schockmoment, dann die Überwindung drunter stehen zu bleiben und schon war es wieder vorbei. Fazit: Nehme ich auf in mein Aufwachritual, weil es den Kopf schnell frisch macht.

2) Dehnen. Das mache ich immer schon gerne. Keine Überwindung, keine Willenskraft notwendig. 15 Minuten, um sich nach der kalten Dusche wieder aufzuwärmen.

3) Schon unzählige Male habe ich versucht, zu meditieren. Es irgendwie zu schaffen, eine gewisse Zeit ruhig zu sitzen und an nichts zu denken. Heute habe ich es erneut probiert und den Timer auf 30 Minuten gestellt. Ich habe eigentlich keinen Plan, wie man das macht, aber kann ja nicht so schwer sein, habe ich mir gedacht: Hinsetzen, Augen zu, Hirn aus. Aber: Das ist wirklich schwierig.
Vor allem fand ich es interessant, zu beobachten, wie meine Gedanken immer wieder abschweifen und Bilder auf einmal in meinem Kopf aufpoppen, die echt keinen Sinn machen. Um meine Gedanken ein bisschen einzudämmen, habe ich mich dann selbst an „Triffst du Buddha, töte ihn“ – ein Buch von Andreas Altmann, in welchem er von seinen Meditationserfahrungen in einem indischen Ashram erzählt – erinnert: Immer an die eigene Nasenspitze denken! Hat nicht geklappt. Nächste Methode: einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen,… Nein, funktioniert auch nicht. Schlussendlich habe ich mich wieder an eine Meditations-CD erinnert, die ich mal hatte. Darin leitet einen die Stimme an, die eigenen Körperteile nacheinander zu spüren und sich dann über den Raum bewusst zu werden, in dem man sitzt. Am Ende sollte man sich dann des ganzen Universums gewahr werden. Bis zu meinem Wohnzimmer bin ich gekommen und dann tatsächlich in einen Entspannungszustand gefallen. Irgendwie muss ich dann jedoch eingeschlafen sein, denn es hat mich kurz gerissen – und weg war die Entspannung. Die restliche Zeit habe ich dann nur noch daran gedacht, wann endlich dieser dumme Wecker klingeln wird: Wie lange wird es noch dauern? Wie viele Minuten habe ich schon durchgehalten? Soll ich einfach sofort aufhören? Nein, mach weiter! Das hat mich nervös gemacht und ich habe angefangen, mich umzusetzen. Hin und her und wieder zurück. Endlich hat der Wecker dann geläutet und ich konnte aufstehen.
Fazit: Trotz dessen, dass es mir sehr schwer gefallen ist, werde ich auch dieses Ritual behalten. Ich bin schon gespannt, ob es mit jedem Tag besser wird.

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7 Gedanken zu “Tag 1: Morgenritual

  1. 30 Minuten sind viel zu lang für den Anfang. Probiert 3-5 Minuten, das dafür täglich. „Bringt ja nichts“ sagt die innere Stimme, die innere Stimme liegt da allerdings falsch. Falls du dich irgendwann danach fühlst länger zu tun, tu länger, falls nicht, dann nicht.
    Man kann seinen inneren Schweinehund nicht mit Gewalt besiegen, nur mit geduldigem Ausmanövrieren.

    • Pfuh ja, du hast absolut recht! Ich muss zugeben, dass ich gleich nach dem zweiten Tag wieder aufgegeben habe, weil ich gedacht habe, dass das nichts für mich ist. Danke für den Tipp! Ich probier mal 3-5 Minuten.

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